Einführung eines allgemeinen 365 €-Tickets im ÖPNV


Kreisrat Zwingel findet den Grundsatz der Initiative prima. Unangenehm berührt habe ihn aber der Alleingang der Nürnberger. Eine gemeinsame Initiative mit den Verbundpartnern und den eng umliegenden Nachbarn wäre schöner gewesen. Ebenfalls wäre es sinnvoll gewesen, den Freistaat vorher um Unterstützung zu beten. Im schlimmsten Fall habe man in engem Raum unterschiedliche Tarifsysteme. Dies wäre alles andere als zweckmäßig. Seine Bitte sei deshalb, auf die Stadt Nürnberg einzuwirken.

Der Landrat entgegnet, es habe sich um eine gemeinsame Initiative gehandelt. Schon bevor in der Stadt Nürnberg Beschlüsse gefallen sind, wurden Gespräche geführt. Es wäre ein Rückschritt, wenn der Verbund in dieser Form, und damit auch die gemeinsamen Tarife, verloren gehen würden. In der Stadt Nürnberg habe es einen gewissen politischen Handlungsdruck gegeben und die Beschlüsse ließen auch einen gewissen Handlungszeitraum, aber natürlich verhandle es sich mit getroffenen Beschlüssen anders, als mit noch nicht getroffenen.

Herr Bischoff unterstützt den Vorstoß mit seiner Fraktion. Eine verkehrliche Wirkung entfaltet das Ganze nur, wenn es regional gedacht ist und nicht, wenn es an der Stadtgrenze ende. Bei vielen Leuten finde gerade eine Bewusstseinsänderung statt. Das 365€-Ticket oder Schnuppertarife würden vielleicht ein Umdenken erwirken.

Kreisrat Löbel fragt nach, ob man schon grob schätzen könne, welche Kostenhöhe zum einen in Bezug auf das 365€-Ticket für den Landkreis entstehen würden, zum anderen wenn man analog zu der Stadt Nürnberg auf eine Kostensteigerung verzichten würde.

Der Landrat macht deutlich, man könne gerade nicht fundiert über Zahlen sprechen. Man müsste aber mit einem Betrag von mindestens 1-2 Millionen Euro pro Jahr, eher 1,5 bis 2 Millionen rechnen. Wenn man dies im Verhältnis zum Nettoaufwand der ÖPNV Leistungen im Landkreis anschaue, sei dies allein nicht leistbar. Umlagetechnisch sei es, auch bezogen auf die angesprochene Nichterhöhung der Kosten, hoch bedenklich, wenn der Landkreis diese Kosten selbst auffange. Ein 365€-Ticket helfe im ländlichen Raum ohne ein passendes Angebot nichts. Es müsse deshalb ebenso in eine Angebotsverbesserung investiert, und ein flächendeckendes ÖPNV Angebot sichergestellt werden.

Kreisrat Schaa und seine Fraktion unterstützen das Projekt. Der Prozess müsse weitergehen. In diesem Zuge verweist er nochmal auf den Antrag von 2018, Landkreisbürgern ein ermäßigtes Abo zur Verfügung zu stellen oder das Tagesticket solo.

Der Landrat entgegnet, dass man eine ganze Reihe von Tarifpolitischen Maßnahmen vor einem halben Jahr beschlossen habe und diese auch wirken lassen müsse und dann zu überlegen, wie nächste Schritte aussehen können.

Kreisrat Kistner bringt ein, günstige Tarife unterstütze auch seine Fraktion. Diese nützen aber nichts, wenn das Angebot nicht passe. Darauf sei mindestens das gleiche Augenmerk zu legen.

Der Landrat bedankt sich für die Ergänzung. Der VGN habe dazu eine Veröffentlichung gemacht, die ergebe, dass die Wirkung einer Angebotsverbesserung größer zu sein scheint als eine Preisverbesserung.